Schwarze Sonne (Das weisse Rauschen, Kap. 8 & 9)

Aquarell auf Papier

N. Duus, 2015 ©

Aus der Serie „Das weiße Rauschen“, basierend auf Kapitel 8 und 9 des gleichnamigen Gedichts von D. Gawlik:

„Die Geräuschkulisse des Tages zwingt mich in das viel zu enge Gefühlskorsett. Gedankenfetzen treiben müde durch mein Gehirnlabyrinth. Die Sonne bewegt sich scheinbar lautlos entlang der Parabel – die Zeit löst sich auf. Ich spüre die Erde atmen. Angenehm warme Wellen strömen durch meine Zellen.

Ich versuche mich nicht festzuhalten. Es gibt keinen Grund mich zu beeilen. Dinge geschehen einfach nur; der Kreislauf schließt sich ohne Vorbestimmung.

Das Leben ist kein perfektes Spiel; hier und dort existiert ein kleiner Riss im Gefüge und die Fehler sind wie Antikörper im Rhythmus der Gezeiten. Der Mond bewegt die Wassermassen und der Staub fällt herab auf die trockene Erde. Ich suche nach Worten, die nicht mehr bedeuten, als das, was sie sind. Worten, die nicht so schwer beladen sind mit unnützen Weisheiten. Doch stattdessen finde ich nur das weiße Rauschen in meinem Kopf, und mein Herz schlägt im Takt, zu einer unhörbaren Symphonie. Die Erde verstummt im Einklang mit der Stille.“